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Prostituierte in Mwanza

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Fiston Mwanza Mujila

Ist das ein Roman? Er lässt den Leser über vieles im Ungewissen, beschränkt sich auf grelle Momentaufnahmen, kennt keinen Plot. Das Ende bleibt in der Luft hängen. Sie ist der quirlige, angesagte, unvermeidbare Treffpunkt für alle Bewohner der afrikanischen Stadt: Sie ist zugleich ein Musikclub mit ständig wechselnden Bands, zu deren Musik die Gäste tanzen. Sie ist eine Art Bordell, denn in der Bar warten blutjunge Prostituierte, Küken genannt und Single-Mamis auf Kunden, mit denen sie dann in den gemischten Toiletten verschwinden. Die Bar ist Umschlagsplatz für Drogen und Informationen. Doch eigentlich geht es nur um zwei Dinge: Er sitzt trinkend da und saugt die Atmosphäre in sich auf, um sie in einen Roman, in ein Theaterstück umzusetzen. Eine Lesung mit ihm geht in Tumult unter. Die Männer lachen über ihn. Doch die Frauen sind von ihm fasziniert, bieten sich ihm geradezu an. Er weist sie alle brüsk ab, bleibt geradezu unverständlich keusch. Lucien ist ein Literat mit absurd hohen moralischen Ansprüchen, der an sich und der Welt leidet. Er scheitert, lernt nichts dazu, bleibt stur, landet sogar im Gefängnis. Was er aufzeichnet, gibt der Roman wieder. Es sind die Sprüche der Gäste, ist die drastische und obszöne Anmache der Huren. Auf YouTube kann man sehen und hören, wie er aus seinem Roman vorliest. Und genauso liest sich sein übrigens phantastisch übersetztes Buch. Immer wieder kommt es wie die Musik auf gewisse Themen zurück, wiederholt wie kleine Leitmotive einzelne Sätze, die uns durch den ganzen Roman begleiten.

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